Transpersonale Psychologie und Holotropes Atmen


Die Transpersonale Psychologie wurde von Abraham Maslow, Stanislav Grof, Anthony Sutich u.a. in den 1960er Jahren in den USA begründet und hat sich von dort aus weltweit als "vierte Kraft der Psychologie" (Maslow) im psychologischen Feld etabliert. Sie bezieht in ihr humanistisch ausgerichtetes Menschenbild die spirituelle Dimension des Menschseins mit ein und erforscht die Dimensionen und Möglichkeiten des menschlichen Bewusstseins. Auch die Erkenntnisse der Quantenphysik, der Nahtodesforschung und die Forschungsergebnisse im Bereich außergewöhnlicher Bewusstseinsphänomene werden berücksichtigt.


Die Transpersonale Psychologie integriert einerseits die Erkenntnisse und Methoden der herkömmlichen psychologischen Traditionen (tiefenpsychologisch, verhaltensbeobachtend, humanistisch und systemisch). Darüber hinaus stellt sie sich auch den Fragen, die mit dem Sinn und der tieferen Bedeutung unserer Existenz zu tun haben: Wann beginnt das Leben? Woher kommen wir und wohin gehen wir? Wie verhält es sich mit schicksalshaften Erfahrungen wie schweren Krisen, Krankheiten, Kriegen und Katastrophen, und wie können diese in einem individuellen und kollektiven Kontext sinnhaft erfasst werden? Wer sind wir in einem metaphysischen Sinne und was ist unsere innerste Natur?

Zu den transpersonalen Psychologien zählt man heute u.a. die Analytische Psychologie C.G. Jungs, die Psychosynthese (nach Assagioli), das Holotrope Atmen (nach Stanislav Grof) und die Initiatische Therapie (nach Graf Dürckheim). Darüber hinaus finden wir auch in verschiedenen humanistischen Verfahren "transpersonale Aspekte".


Holotropes Atmen (nach Stanislav Grof)


Beim Holotropen Atmen handelt es sich um eine wirksame therapeutische Technik, die neben seelischen Problemen (Angststörungen, Depression, psychosomatischen Funktionsstörungen, etc.) vor allem bei Sinnkrisen, Lebensabschnittskrisen, sog. Verbitterungsstörungen, sowie religiösen und spirituellen Problemen (DSM-5, V62.89) Anwendung findet. Darüber hinaus eignet es sich zur Selbsterfahrung für Menschen, die sich selbst und die Möglichkeiten ihres Bewusstseins näher kennenlernen möchten.
'Holotrop' bedeutet 'sich zum Ganzen hinwendend'. In den Atemsitzungen wird durch intensiveres Atmen, psychoevokative Musik und prozessorientierte Körperarbeit ein erweiterter Bewusstseinsraum ermöglicht. Dadurch kann sich ein Zugang zu unbewussten, archetypischen (C.G. Jung) und überbewussten (C. Scharfetter) Aspekten der Psyche eröffnen, die für das Bewusstsein von seelischen Problemen und die Beantwortung von drängenden Lebensfragen relevant sind. Auf diese Weise ist es auch möglich, in Kontakt mit verborgenen Entwicklungspotenzialen in persönlichen, sozialen und existentiellen Bereichen zu kommen.


Das holotrope Atmen wird ambulant, vorwiegend in Gruppenform (Seminare, Workshops) angewandt, aber auch im stationären psychosomatischen und psychotherapeutischen Setting (z.B Adula-Klinik, Oberstdorf und Fachklinik Heiligenfeld, Bad Kissingen, beide Deutschland). Jahrzehntelange Erfahrungen und Studien haben die Wirksamkeit dieser Methode erwiesen.

Bei der Transpersonalen Psychologie handelt sich um einen psychologischen Ansatz (Gerhard Stumm). Dieser ist derzeit keine anerkannte psychotherapeutische Methode in Österreich. Die im Holotropen Atmen gemachten Erfahrungen werden über Sharing und Feedback Methoden weiter bearbeitet und integriert.